blaublütler

ich höre mir meine haut auf kassette an
rauschen bruch zittern

die kassette spult vor und zurück

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ich ziehe meinen schatten ein licht, eines, das man nur in der nacht erkennen kann, über die haut sticke ich ein motiv von schiefern und transparentem flügelschlag. im dämmerlicht rundet man sie mit schmirgelpapier und reißt sie mir später mit in whiskey getauchter stimme auf. über eventuell bleibende narben lege ich mandala-schablonen, sie verlaufen im salzwasser. hier löst ihr mich auf wie gelantine, presst mich und erhitzt mich mit drei löffeln saurer milch. wie der tag vergeht, häufen wir fluchtpunkte zwischen ritzen. wir malen uns wie aus gittern und vergessen die schlüssellöcher. schau, du kannst den horizont einfach auffalten, sagt man, schau, genau so und jetzt zieh die blüten auseinander.  

 

bin so müde.
alle nächte trag ich auf dem rücken

 
ich bin mir ein liebeslied, bin mir eine ballade [in den seitenflügel eines schatten mindestens]. aber ich kann keine noten lesen. meine stimme krächst, wenn die töne zu hohe schlösser bauen, dort oben an balkonen wird mir schwindelig, die luft wie ausgezogener strudelteig, wo wünschte ich noch einmal dur, wo doch in der luft nur noch eine ahnung von maskenball liegt, wenn ich sage: "ich habe keine höhenangst". und keiner spricht von fasching, wir befürchten alle hinter den masken zu denen zu werden, die unsere masken zeigen.

atmen
von innen und außen
von außen nach innen

 
ich fiel von meiner kindheit ab wie ein zu eng gewordener schuh, er drückte rechts an der ferse dort legte ich mir kühle tücher auf die blasen, darunter milchmeere, die säure setzt sich nach unten hin ab. es ist schwer hinzuehen, wenn der tag die leichen von den fingern frisst. und niemand hat mich gefragt, ob ich erwachsen werden will. ein geräusch von knarrenden türen, darüber ein rauschen gespannt und darunter. jedes erinnern ist ein blau an den verkohlten hüften, dass ich nicht wage zu fragen, was passiert, wenn ich wohl das verblassen der blauen kreide vergessen mag.
nur in der nacht gestehe ich meinen augen, wie mein gezogenes licht über seinen eigenen schatten stolpert, denn meine worte haben schluckauf. stille stille nacht.
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distel sonne
an einem morgen male ich folgendes bild:
ich knöpfe mir sorgfältig die haut an ihren narben auf. ich nehme die leichen von meinen fingern, bevor der tag es tut, zerschneide sie zu nebelblättern [oder auch schmirgelpapier], trage sie mir in mein innerstes [dort zerpflückt wie eine aster]. sorgfältig knöpfe ich meine haut zu bis sie verstummt.
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ich höre mir meine haut auf kassette an.
---- bruch ----
die kassette spult vor und zurück
9.3.09 18:27
 


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bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


/ Website (9.3.09 23:20)
kann man auch falten hören?-
ja aber irgendwann werden wir alle zerbrechen nur manche können es noch kleben.
glaub mir,man lebt schneller für nichts als man denkt.
man erreicht so wenig im leben,
so habe ich das gefühl zumindest


/ Website (11.3.09 20:31)
verzeih aber mir fehlen die worte.
falten ja,
vllt müssen wir das auch erst lernen.
aber da sind wir wieder beim alten thema-
wir müssen so viel lernen und doch so wenig.
wir könnten blind durchs leben gehen,nur unsere freunde um uns herum,die uns führen und anderes ausblenden aber ich weiß nicht.
wie du schon sagtest,wie sind für uns alle dennoch verantwortlich und dürfe unser gebrechen nicht auf andere übertragen.
mhm.
wie geht es dir denn?


Marie / Website (12.3.09 20:28)
Nicht gut, aber auch nicht mehr bodenlos schlecht. An meinen Gefühlen hat sich nichts geändert, aber ich will wieder atmen können. Ich will wieder leben können..
Und dir, Madame?


pilger / Website (14.3.09 23:12)
Der Frost ist schon lange gelesen. Dafür körperlich und literarisch in der CITY gewesen. Diesel lässt schon grüßn und meint, "bei zu viel Sonnenschein bräuchte man eine Sonnenbrille", und Poomerang nichtsagt: "Frau Hautworteabspielerin, die wenigen Rillen auf ihrer Haut lassen schon wunderbare Lieder erklingen. Freuen wir uns schon auf die großen Faltenlangspielplatten späterer Tage."
Übrigens habe ich es immer so gehalten, mein Schreibtisch hat keine Schubladen. Die halte ich für unnötig. Halt, eine habe ich, eine Kleine, für Verantwortungsbewußtsein, Pflichterfüllung, engstirniges Denken oder kurz, für das Erwachsensein. Die mach ich nur ganz selten auf.
Übrigens habe ich entdeckt, dass sowohl Reisen, als auch Gedanken nicht auf Notizen geklemmt werden sollten.
Freilauf und Sonne meine Frau Wortgestalt.

p.S.: Diesel und Poomerang sind Figuren aus Alessandro Bariccos Roman "City"


/ Website (16.3.09 14:41)
pass aber auf,dass dich trotz des ganzen wirbels du noch mit festen beinen auf deinem davonschwimmenden boden stehen kannst.
und ich weiß auch wieder nicht warum und es interessiert mich nicht.
mein wochenende war langweilig,habe wieder gestritten,zu viel gessen,zu viele gedanken gemacht,
ja. wie war denn deins?

lg
&papierherzatweb.de
durch @ ersetzen.
wenn du es mir aber per email schickst,dann muss es ja schrecklich sein,schrecklich viel.
mhm.
ich mache mir sorgen,
nicht nur deswegen,sondern wie alles weitergehen sollte.


Marie (16.3.09 17:05)
Ein Liebeslied wär ich mir auch gern. Oder jemand anderem. das wahrscheinlich noch lieber. Naddy, ich bin so gar nicht ich zur Zeit. Wie einmal geschüttelt udn auf den Boden geworfen.
Und dein Layout ist Müll mit Firefox, wäh.

wortfürwortfürwort.

<3


maria / Website (17.3.09 00:21)
nun hab ich deine startseite gefunden. ganz hier unten und schwarz. wahrscheinlich funktioniert das bei mir nicht so gut. aber wundervoll klingende worte, madame

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