und ich beginne, den winter zu hassen
& später: ich vergesse, den winter zu hassen.

windflimmern unterhalb des schlüsselbeins
ein dumpfes decressendo deiner stimme
so wie du am wort entlanggeflohen

bist muttermaldreieck am hals

und wie ich das lineal über deine haut tippeln lasse
bleibt mir eine dauer zurück
bis die nacht blauschwarz dein fingerzittern erstickt

uno
sich umdrehen und einen herzschlag lang nicht mehr wissen wo, und wo mitte wo töne wie glühdrähte und lichterkränze dort und hier und sich drehen, sich drehen und

dos
ich drücke die welt mit meinen ellbogen auseinander um mich dazwischen zu legen, dufttrunken sickert wort um wor aus meinen augen. ich schneide mir dreiecke in die netzhaut, rechts und links, dass mir nur noch vor mir bleibt und vor mir es wird zeit, alles, was da ist, ist mit milch bestrichen. ich forme meine hände zu schlaen und zähle sie dort bei lichteinfall hinein. womöglich bin ich farbenblind, sehe nur zebrastreifen.

tres
mir entgleisen die atemzüge.
mach die fenster und türen zu, jede spalte füllen wir mit grasnarben. keine spur der zugluft.

quatro
kupferstichig die hände, dort fürchte ich mich vor grünspan. beim aufstehen dort im dämmerlicht reiße ich mir den morgen von der haut, später läuft mir mein schatten spinnenfingrig kontur an kontur und wie die nasenflügel flattern, erschlage ich nachtfalter und werfe sie in die mülleimer. ich teile regenwürmer mit dem messer und die eine hälfte schlängelt sich in eine andere richtung weiter alsdie andere. man sagt, das ist einfach so.

cinco
die sprache franst mir aus und scheuert mir die arterien blutleer, mit stofffetzen klebte ich an die sprache an, wüsste ich, wo sie beginnt und endet. ich lausche der nacht und die luft streicht mir die lider zittrig.
sagen wir: verblassen unter moosschichten, anderswo ist der himmel näher, dort wo ich deine hand berühre. (und) nichts weiter.

seis
zwischen den worten, die ich sage und jenen, die ich sagen möchte, liegt ein vakuum, vor das ich goldbemalte gaze hänge. es ist nicht alles gold, was davor glitzert.
notiz an dich:

ich schliere mir meine muttermale
du sollst mich nicht entziffern
& komm, wir schmelzen die uhrzeit zu gewässern
abgestanden im wohnzimmer
unsere gedanken stecken wir zu birken
um sie später zu fällen

im gehäuse einer vertrockneten schnecke
finden wir etwas liebes
geflüster erstickt an seiner eignen
sprache faltest du zu einem origami

nur der wind trägt es später rückwärts
oder ist es wohl dein atemzug?

siete
wie eine flusskiesel rollt der schlaf über den grund jeder frühlingsnacht.

29.4.09 21:20
 


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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


merle / Website (29.4.09 22:24)
nein nein, es ist ganz und gar nicht ironisch gemeint. ich glaube, dass viele, die blogs haben, nicht wissen, wohin mit ihrer intelligenz und dass sie sie dann auf den blog fließen lassen. aber davon gibt es nur sehr wenige.


Zukini (1.5.09 11:26)
Oh, ich mag es.
So intim wie lange nicht mehr, so zweigeteilt und zwiegespalten und untreu wie eh und je. Sehr du, und sehr liebenswert dabei. Ich freue mich auf den nächsten Text, an dem ich mit dir herumdoktorn darf, ich glaube sehr, dass es schön ist.

Mit Zugeneigtsein, dass sich nur abwendet um an deinen Gesichtslosigkeiten zu wachsen. <3


Marie / Website (1.5.09 12:12)
Naddy?
Wir müssen reden. Ich mag das nicht hier.
Deine Worte brennen. In jeder Hinsicht.


goddamn hypocrite. / Website (1.5.09 23:16)
Das hier ist höchst fesselnd.
Ich bin fasziniert.


Marie / Website (2.5.09 14:09)
ich dank dir so sehr.
und versteh, was du meinst in bezug auf gaarder. manches wirkt einfach so unheimlich hohl, so gewollt und nicht gekonnt. ich kann georg nicht leiden und die ma der gegenwart auch nicht.
aber die geschichte an sich ist schön. auch diese märchen-sache. von wegen gegen die regeln und so weiter. und göttlich die ersten wortwechsel.
"du weihnachtsmann."
nein, gaarder ist kein wortkünstler. aber irgendwie hat er mir mal was gegeben, was mir die welt bunter gemacht hat. mag sein, dass er mir mal die augen geöffnet hat vor ein paar jahren.
ich hoffe, ich seh alles zu schwarz.
was ihn angeht... --> icq.

bist du da heut nochmal?
ich würd gern reden.


/ Website (2.5.09 20:15)
schade,dass du dich so gar nicht mehr meldest


/ Website (3.5.09 12:44)
ich halte mein gesicht in den wind,um wieder atmen zu können,um das leben zu spüren.
ich tue nichts.
langweile,leere und verzweiflung frisst an mir,
als ob ich ein verfaultes obst bin,das auf dem küchentisch vergessen wurde.
alles löst sich auf,es muss sich auflösen,ich weiß,dass ich keine andere wahl habe aber dann weiche ich doch wieder zurück.
es ist nicht unbedingt die angst,sondern die feigheit,auch wenn ich feigen noch nie gemocht habe.und so entsteht ein kreislauf,eine karusselfahrt mit meinem leben.ich habe nichts zu tun,ich will nichts zu tun,ich fresse die leere in mir rein und erkenne dadurch immer mehr den verkorksten wein in meinem glas und auch die tatsache diesen wegzuschütten aber trotzdem:er ist mir zu wertvoll.
paradox oder?
und selbst auf meinem blog bekomme ich nichts mehr vernünftiges hin.
die wörtet sind wie diese zuckerbuchstaben an den kleinen ketten und diese werden von den ratten schneller gefressen als mir lieb ist.
aber ich weiß nicht.
es ist alles so dumm,ja vllt.
nichts ist rosa.noch nicht einmal schwarz weiß.
aber wenn du lebst


Marie / Website (3.5.09 18:07)
hast du mir den kommentar geschrieben, ich solle heut abend doch bitte online sein? wenn ja, okay, bin ich.
:D

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